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Neben der bekannten Freudschen Traumdeutung gibt es die alternative Aktivierungs-Synthese-Theorie (Hobson 1989)! Diese Theorie basiert auf der Beobachtung, dass whrend des REM-Schlafs viele Schaltkreise des Hirnstamms aktiv werden und den Kortex mit Signalen bombardieren! Diese Signale sollen laut dieser Theorie dem Kortex zufllige Informationen zur Verfgung stellen! Ein Traum ist dann der Versuch des Kortex, aus diesen zuflligen Informationen einen zusammengehrigen Sinn zu machen! langsames Laufen kann zu guten Ideen fuehren! Luzide Trume: Es verschwimmt der Unterschied zwischen getrumter und tatschlicher Realitt!

Hellwach im Traum! Warum schlafen wir berhaupt? Regenerations-Theorien: Wachsein strt die Homostase des Krpers und Schlaf stellt diese wieder her! Die verschiedenen Regenerations-Theorien nehmen verschiedene physiologische Strungen als Auslser an! Alle Regenerations-Theorien nehmen an, dass Mdigkeit durch eine Abweichung von der Homostase hervorgerufen wird und, dass der Schlaf durch die Wiederherstellung der Homostase beendet wird! Circadian-Theorien: Schlaf wird durch einen inneren Zeitgeber gesteuert und ist keine Reaktion auf strende Auswirkungen des Wachseins! Der Schlaf schtzt uns vor Unfllen und Raubfeinden!

Diesen Theorien zufolge sind wir hochgradig motiviert zu schlafen, brauchen aber Schlaf nicht unbedingt, um gesund zu sein! (Reparateur oder strenge Eltern?) Vergleichende Analyse des Schlafes: Alle Sugetiere und Vgel schlafen! Riesenfaultier 20h Katze 14h Schaf 3h Schimpanse 9h Mensch 8h Pferd 2h der Schlaf muss wohl eher eine wichtige physiologische Funktion haben anstatt uns einfach nur vor Unglcksfllen zu bewahren! Auerdem haben verschiedenste Tiere im Schlaf sogar ein erhhtes Risiko, von Raubtieren erbeutet zu werden, da viele Raubtiere nachtaktiv sind!

Manche Meeressuger schlafen mit jeweils nur einer Gehirnhlfte (z.B. Delphine) Schlafen ist keine hhere menschliche Funktion! Obwohl Schlafen mglicherweise berlebensnotwendig ist, wird es nicht unbedingt in groen Mengen bentigt! Es gibt keinen Zusammenhang zwischen Schlafdauer und Aktivittsniveau, Krpergre oder Krpertemperatur! Circadiane Schlafzyklen: Alle 24 Stunden luft ein Hell-Dunkel-Zyklus ab und die meisten Lebewesen haben sich irgendwie daran angepat, indem sie circadiane Rhythmen entwickelt haben! Wie wir wissen gibt es tagaktive und nachtaktive Lebewesen! Alle haben sie aber einen regelmigen circadianen Schlaf-Wach-Zyklus!

Der Hell-Dunkel-Zyklus steuert circadiane Rhythmen und wird als Zeitgeber bezeichnet! eine knstliche Vernderung des Hell-Dunkel-Zyklus macht es mglich, einen circadianen Zyklus zu verlngern oder zu verkrzen (z.B. 20h!)! Freilaufende circadiane Schlaf-Wach-Zyklen (fehlende Zeitgeber!): Menschen und Tiere halten ihre circadianen Rhythmen bei, selbst wenn es keine zeitlichen Hinweisreize gibt! freilaufende Perioden dauern bei Menschen normalerweise lnger als 24h (meist ca. 25h!)! Experiment, um freilaufenden Zyklus zu bestimmen! Obwohl der entsprechende Proband in einer konstanten Umwelt ohne zeitliche

Hinweisreize lebte, ging er jeden Tag ca. 1,3 Stunden spter schlafen als am Tag zuvor! Der Proband schlief einen ganzen Monat lang nach jeweils ca. 25,3 Stunden ein! Selbst Ratten zeigen freilaufende Perioden von ca. 25 Stunden (auch ohne Lernen!) Interessant: Wenn ein Mensch lnger als gewhnlich wach bleibt, dann schlft er anschlieend krzer! Manche Menschen mssen sich mit bestimmten Strungen der circadianen Rhythmik, mit dem so genannten Jetlag oder der Schichtarbeit,

auseinandersetzen! Jetlag: Beim Jetlag verschieben sich die Zeitgeber, die die circadiane Rhythmik kontrollieren! Ein Flug nach Westen (z.B. nach Kuba!) bedeutet eine Phasenverzgerung des Zeitgebers (Licht), da es z.B. in Havanna im Vergleich zu Wien erst 5 Stunden spter dunkel wird! Um sich anzupassen, knnte man vor dem Abflug spter schlafen gehen! Ein Flug nach Osten (z.B. auf die Fidschi-Inseln!) bedeutet eine Phasenvorverlagerung des Zeitgebers (Licht), da es dort im Vergleich zu Wien bereits 11 Stunden vorher dunkel wird! Um sich anzupassen, knnte man vor dem Abflug frher schlafen gehen! Da spter schlafen zu gehen leichter ist als frher schlafen zu gehen,

sind Flge nach Westen besser zu ertragen als Flge nach Osten! Weitere Befunde deuten daraufhin, dass bei einem Flug nach Osten frhes intensives Licht am Morgen des ersten Tages die Anpassung an die Phasenvorverlagerung beschleunigt! Ebenso positiv wirkt sich intensives krperliches Training am ersten Morgen nach Ankunft aus! Ein Experiment mit Hamstern deutete auf diesen positiven Effekt intensiven Trainings hin!

Schichtarbeit: Da eine Phasenverzgerung normalerweise unproblematischer ist als eine Phasenvorverlagerung, sollten Schichtarbeiter aus ihrer aktuellen Schicht in eine Schicht wechseln, die spter am Tag beginnt! dies erhht die Produktivitt und die Arbeitszufriedenheit! Schlafdeprivation: Theorien, die dem Schlaf regenerative Funktionen zuschreiben, sagen voraus, dass Schlafdeprivation physiologische Ablufe und Verhalten stren und, dass diese Strungen immer schlimmer werden, je lnger die Wachphasen sind! versumter Schlaf wird dann nur teilweise nachgeholt! (Geschichten vom abnormen Wachsein: Randy Gardner (1965) und Mrs. Maureen Weston (1977))

Auswirkungen von Schlafdeprivation bei Menschen: Eine geringe Deprivation (3 bis 4 Stunden in einer Nacht!) fhrt zu 3 Effekten: 1)Die Schlfrigkeit nimmt zu (man schlft auch schneller ein, wenn sich eine Schlafgelegenheit bietet!) 2) Schriftliche Stimmungstests zeigen gewisse Beeintrchtigungen! 3) Schlechtes Abschneiden bei Vigilanztests! Nach 2 bis 3 Tagen kontinuierlicher Schlafdeprivation tritt so genannter Mikroschlaf auf! Dieser Mikroschlaf, whrend dessen die Augenlider zufallen, dauert ca. 2 bis 3 Sekunden! Whrend eines solchen Mikroschlafs reagieren Probanden kaum auf uere Reize, obwohl sie sitzen oder gar stehen bleiben! Auswirkungen auf komplexe kognitive und motorische Leistungen

sind wenig einheitlich! Alles in Allem eigentlich erstaunlich wenig Beeintrchtigung! Deprivation des REM-Schlafs: Auswirkungen: 1) Mit jeder weiteren Nacht nimmt die Neigung eines Probanden zur Initiierung von REM-Schlaf zu! ein Proband muss daher fter aufgeweckt werden, um ihn aus dem REM-Schlaf zu holen, je lnger er depriviert wird! 2) Es kommt im Anschluss an eine REM-Schlaf-Deprivation zu einem

so genannten REM-Rebound! das bedeutet, dass in den folgenden 2 oder 3 Nchten mehr REM-Schlaf als normalerweise auftritt! Theorien zum REM-Schlaf: 1) REM-Schlaf dient der Aufrechterhaltung der geistigen Gesundheit! 2) REM-Schlaf dient der Aufrechterhaltung eines normalen Motivationsniveaus! 3) REM-Schlaf ist fr das Verarbeiten von Erinnerungen notwendig! Einer weiteren, neueren Theorie zufolge erfllt der REM-Schlaf keine entscheidende Funktion: Die Default-Theorie besagt, dass das Gehirn, wenn krperliche Bedrfnisse zu erfllen sind, in den Wachzustand schaltet! Wenn keine unmittelbaren Bedrfnisse zu erfllen sind, dann wechselt das

Gehirn in den REM-Schlaf! (Wachzustand und REM-Schlaf sind ja sehr hnlich!) Nycamp und Kollegen berichten von einer Untersuchung (1998): Probanden wurden aus ihrem REM-Schlaf geweckt, sobald dieser auftrat. Anstatt die Probanden gleich wieder einschlafen zu lassen, wurde jede verlorene REM-Phase durch eine 15 mintige Wachphase ersetzt! Die Probanden waren am nchsten Tage nicht mde, obwohl sie nur 5 Stunden Schlaf hatten!! Schlafdeprivation steigert die Effizienz des Schlafs: Menschen, die unter Schlafentzug leiden, werden zu effizienteren Schlfern, da sich der Anteil an SWS erhht! deshalb hat vermutlich der SWS regenerative Funktionen!

Dazu gibt es 6 nennenswerte Befunde: 1) Nach einer Schlafdeprivationsphase holen Probanden hauptschlich den verlorenen Teil des Schlafstadiums 4 nach! 2) Das EEG eines Menschen weist nach einer Schlafdeprivationsphase einen hheren Anteil langsamer Wellen auf! 3) Kurzschlfer haben normalerweise genauso viel SWS wie Langschlfer! 4) Im EEG von Probanden, die nach einer durchgeschlafenen Nacht ein weiteres Nickerchen machen, treten kaum langsame Wellen auf und die Dauer des folgenden Nachtschlafs wird nicht reduziert! 5) Probanden, die ihre Schlafdauer reduzieren, verbringen weniger Zeit in den Stadien 1 und 2, whrend die Dauer des SWS ungefhr gleich bleibt! 6)Das wiederholte Wecken aus dem REM-Schlaf fhrt kaum zu Mdigkeit, whrend wiederholtes Wecken aus dem SWS gravierende Folgen hat!

4 wichtige Gehirnbereiche fr den Schlaf: Bereits im frhen 20.Jhdt. Entdeckte ein Wiener Neurologe (Baron Constantin von Economo), dass der posteriore Hypothalamus (Gehirnbereich1) den Wachzustand frdert, whrend der anteriore Hypothalamus (Gehirnbereich2) den Schlaf frdert! Lsionsstudien an Tieren haben diese Entdeckung besttigt! Das retikulre Aktivierungssystem (Gehirnbereich3): Experiment von Bremer (1936): Der Hirnstamm von Katzen wurde zwischen den colliculi inferiores und den

colliculi superiores durchtrennt (isoliertes Vorderhirn!) das kortikale EEG dieser Katzen zeigte beinahe ununterbrochen SWS! 1937 folgte eine Arbeit, im Rahmen derer einer anderen Gruppe von Katzen der kaudale Hirnstamm durchtrennt wurde, sodass das gesamte Gehirn vom Rckenmark getrennt war! der normale SchlafWach-Zyklus war nicht beeintrchtigt! irgendwo dazwischen muss also eine wichtige Struktur fr den Wachzustand sein! d

ie Moruzzi und Magoun (1949) schlugen aufgrund zahlreicher Befunde vor, dass ein niedriges Aktivittsniveau in der Formatio reticularis Schlaf hervorruft, whrend ein hohes Aktivittsniveau Wachheit produziert! die Formatio reticularis wird daher allgemein als Retikulres Aktivierungssystem bezeichnet! (die Aufrechterhaltung des Wachzustandes ist allerdings nur eine von mehreren Funktionen der zahlreichen Kerne der Formatio reticularis!) Retikulre Kerne und REM-Schlaf: Der vierte fr den Schlaf wichtige Gehirnbereich ist ein Teil der kaudalen Formatio reticularis (Wachzustand und REM!). Verschiedene Kerne tragen verschiedenes bei: - Reduktion der quergestreiften Muskulatur

- EEG-Desynchronisation - Schnelle Augenbewegungen usw. Bereiche, die die verschiedenen physiologischen Charakeristika des REMSchlafs kontrollieren! Die circadiane Uhr: Die circadiane Uhr entspricht einem internen Zeitgeber! (Schlaf-Wach-Zyklus besteht auch bei Abwesenheit zeitlicher Hinweisreize der Umwelt; siehe freilaufender Zyklus) Die circadiane Uhr befindet sich im Nucleus suprachiasmaticus (NSC)!!! Der Nucleus suprachiasmaticus ist die wichtigste circadiane Uhr, aber nicht die einzige! Diese Behauptung beruht auf der Tatsache, dass nicht alle Umweltreize ihre

Fhigkeit verlieren, circadiane Rhythmen zu synchronisieren, wenn der NSC ldiert ist! Die Mechanismen der Synchronisation: Visuelle Axone zweigen in der Nhe des Chiasma opticum ab und fhren ber den Tractus retinohypothalamicus zum Nucleus suprachiasmaticus! Sehr interessant: berraschenderweise kann Licht circadiane Zyklen steuern, auch, wenn keine Stbchen und Zapfen vorhanden sind! (transgene Muse ohne Sehzellen) Welche Rezeptoren liefern dann den Input, welcher ber den Tractus retinohypothalamicus die Zyklen steuert?

die entsprechenden Rezeptoren sind eine seltene Art von retinalen Ganglienzellen mit charakteristischen funktionellen Eigenschaften! diese retinalen Ganglienzellen haben als ursprngliche Photorezeptoren die Fhigkeit verloren, schnell auf rasche Helligkeitsvernderungen zu reagieren, zugunsten der Fhigkeit, auf langsame Vernderungen empfindlich zu sein! diese Funktion spielt auch eine Rolle bei der Anpasung der Pupillengre!

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